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Die Licht- und Schattenseiten des COVID-19-Virus

Leonardo da Vincis Mona Lisa mit Mundschutz, Foto: Sumanley

Die Licht- und Schattenseiten des COVID-19-Virus

Kollektive Pause, überlastete Gesundheitssysteme, Panik, (un-)freiwillige Ruhe, Geisterstädte, Solidarität, ein Aufatmen der Natur und eine neue Balance zwischen Sein und Tun. Vielleicht mehr Raum für Kreativität?

Über Nacht steht unsere Welt auf dem Kopf, seit dem Virus COVID-19 – verändern sich unsere Welt und unsere Wirklichkeit im Minuten-Takt schlagartig.

Beunruhigende und erschütternde Bilder der Pandemie verbreiten sich in Lichtgeschwindigkeit in den sozialen Medien- und gehen hier in Deutschland seit wenigen Tagen im März 2020 einher mit bis vor kurzem unvorstellbaren Beschränkungen des sozialen Miteinanders und unserer heiligen Freiheitsrechte.

Innerhalb weniger Tage werden Kulturbetriebe, Kinos, Tanzschulen- und Veranstaltungen, Schulen und persönliche Zusammenkünfte aller Art eingestellt, nicht zuletzt Geschäfte (mit Ausnahmen von Lebensmittelläden, Supermärkten, Wochenmärkten, Apotheken, Drogerien), Restaurants und Cafès sind ab 18 Uhr geschlossen. Reisen, Tourismus und Flüge werden storniert.

Auch die Arbeitswelt verändert sich dramatisch:

Betriebe und Selbständige stellen soweit möglich auf ein Arbeiten von Zuhause aus um. Die allgemeine Devise lautet „bleibe zuhause und meide aus Sicherheitsgründen sämtliche soziale Kontakte“.

Ausgehsperren werden inzwischen diskutiert.

Was bedeutet dies für uns?

Niemand von uns weiß, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Jeder von uns ringt auf seine eigene Weise damit, die gebotene innere Haltung zum Ganzen zu finden. Wir versuchen, nicht in Panik zu verfallen, sondern achtsam abzuwägen, verantwortlich mit der Situation umzugehen- und uns dabei selbst treu zu bleiben.

Wie alles im Leben beinhaltet diese Situation Licht- und Schattenseiten:

Als ich vor wenigen Tagen zum ersten Mal erfuhr, dass die Aktivitäten im Außen einzustellen sind, war mein erster Impuls ein klarer innerer Widerstand.

Meine Freiheit einzuschränken?  Zum Beispiel meine Passion- den Tango Argentino pausieren? Das konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen und ich sah es im ersten Moment auch nicht ein.

Sodann folgte ein neuer Impuls: Ich nahm eine ungeahnte, unerwartete Ruhe wahr. In der Morgendämmerung hörte ich die Vögel singen- waren sie nicht lauter und kraftvoller als sonst? Die Luft erschien mir klarer und sauberer als am Tag zuvor. Ich genoß die frische Frühlingsluft in vollen Zügen. Vielleicht bilde ich mir das alles nur ein?

Als ich vor 2 Tagen zum ersten Mal in diesem Jahr kurzärmelig auf dem Balkon in der Nachmittagssonne saß, um zu schreiben, fühlte ich sogar Erleichterung.

Nimmt sich Mutter Natur mit dieser Situation gerade eine Zwangspause von uns egoistischer Spezies namens Mensch?

Eine Tatsache finde ich bemerkenswert: COVID-19 verordnet uns manche Opfer, die für Mutter Erde bereits vor langer Zeit sinnvoll gewesen wären.

Sehr anschaulich das Beispiel Fliegen: Jeder von uns weiß, wie schädlich die Vielfliegerei für die Atmosphäre und die nachkommenden Generationen ist- und das nicht erst seit Greta Thunberg.

Es ging an uns vorüber und änderte nichts am allgemeinen Konsum. Jeder war sich selbst der Nächste. Nach dem Motto „nach mir die Sintflut“ wurde über diese Fakten hinweggegangen und wie selbstverständlich der nächste kleine Trip mal eben auf die Balearen gebucht, um dem trüben und grauen Berliner Winter zu entgehen.

Wie viele Deutsche flogen monatlich mehrfach – nicht beruflich- sondern rein aus Passion und Zeitvertreib?

Es ist verständlich, wie schön und inspirierend es ist, sicher und bequem zu reisen.

Aber nicht in diesem Ausmaß und nicht für Mutter Erde.

Die Klimakatastrophe bewog uns also nicht, das Fliegen einzuschränken.

Dann kommt ein bislang nicht erwähnter Virus- COVID-19- und über Nacht ist plötzlich das möglich, was zuvor undenkbar erschien?

Flüge werden massenweise abgesagt. Die Leute bleiben zu Hause. Da sie nicht mehr durch das Leben von einem Termin zum nächsten hetzen können, beginnen sie, sich auszuruhen. Die Ablenkungen im Außen sind auf ein Mindestmaß reduziert.

Da sie es müde sind, wie fremdgesteuert und leblos den ganzen Tag auf ihren Laptop oder ihr Iphone zu starren, beginnen sie, in sich zu gehen und sich seit langem selbst zu fühlen. Auf einmal genießen sie die Stille, hören dem Gesang der Vögel zu, kramen alte, längst vergessene Bücher aus dem Schrank.

Vielleicht beginnen sie sogar, ihren Familienmitgliedern, denen sie nun nicht mehr ausweichen können, zuzuhören. Manche erlauben es sich, zu meditieren und zu beten. Andere malen, tanzen oder singen vom Balkon.

Einige begegnen ihren Schatten und erlauben sich neue Sichtweisen.

Und die Erde atmet auf.

Mystiker nehmen an, dass diese Situation unserer Spezies dabei hilft, zu einem neuen Bewusstsein zu kommen. Das sind die Lichtseiten der Situation. Eine weiteres Phänomen werden wir in der Zukunft erleben dürfen: Sobald wir uns wieder freier bewegen können, werden wir eine unbändige Lebensfreude und Wertschätzung über all die Freiheiten empfinden, die so selbstverständlich waren, dass wir sie übersättigt nicht mehr geniessen konnten… Sei es das gewohnte Treffen mit Freunden im Cafè, der Kinobesuch, das Tanzengehen oder der Wochenendausflug…..

Die Schattenseiten sind die Opfer, die Krankheitsfälle, die Notsituation, die Verzweiflung in den Krankenhäusern. Vermutlich gibt es viele Krisensituationen für einsame Menschen, in Familien, die sich intern aushalten und neu ordnen müssen. Wird die Scheidungsrate nach COVID-19 sogar steigen?

Ich fühle mit meinem geliebten Land Italien mit, das Land, das ich so gerne bereise.

Ich trauere mit um die Opfer, beispielsweise die Bilder der Krematorien aus Bergamo, die gestern durch die Medien gingen.

Warum muss es erst so weit kommen, bis wir in uns gehen und reagieren?

Und dennoch: Inmitten der Trauer gibt es neuen Mut: In Italien verbreitet sich über Nacht der Hastag #andratuttobene „Alles wird gut“ in den sozialen Netzwerken. Die Italiener trotzen auf ihre eigene, lebensbejahende Weise der Situation. Sie singen, musizieren, essen gemeinsam über die Webcam. Eine neue Solidarität entsteht.

Uns bleibt keine andere Wahl, als dieser Situation mit absoluter“ Jetzt-Präsenz“ zu begegnen.

Wir können die Stille, die uns nun angeordnet ist, bedingungslos annehmen. Wir können unser Herz öffnen und denjenigen helfen, die unsere Hilfe gerade benötigen.

Diese Stille wird die Welt verändern. Mutter Erde gibt uns eindeutige Zeichen, die wir nicht mehr ignorieren dürfen.

Der einzige Weg, der uns gerade bleibt, ist, diese Verbindung aufzunehmen und die Stille selbst zu sein.

Jeder einzelne Moment ist also eine Gelegenheit, in ein neues Bewusstsein zu gehen, die Stille zuzulassen, Mutter Erde zuzuhören, unseren Seelen und unserer Essenz Raum zu geben, uns erlauben, unsere Masken abzunehmen und wir selbst zu sein,

die ALL-Verbundenheit zu spüren und ALL-EINS zu sein.

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Schönheitswettbewerb der Seelen

Schönheitswettbewerb der Seelen

Wer mich kennt, weiss, dass es hier in erster Linie um die Schönheit der Seelen geht. “Wettbewerb” ist natürlich metaphorisch gemeint.

Warum das Bewusstsein, dass wir weit mehr als unser Aussehen und „unsere äußere Hülle“ sind- so wichtig ist- neben jedem berechtigten Sinn für Ästhetik.

Die berühmte Passage im Buch „der kleine Prinz“ von Saint-Exupèry besagt so schön: „Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.“

Das, was in dieser Welt von Bedeutung ist, ist für das Auge unsichtbar.

In welchen Momenten nehmen wir dieses Phänomen am stärksten wahr?  Zum Beispiel, wenn wir einen Menschen, der uns am Herzen liegt, in den Arm nehmen. In diesem Moment fühlen wir etwas, eine Wärme, eine Nähe, eine Verbindung, die für das Auge unsichtbar ist. Jeder Mensch ist größtenteils unsichtbar, dafür FÜHLBAR.

Was wir am Gegenüber mit dem Auge sehen, ist ein oberflächliches Phänomen.

Es ist ein Phänomen, das wir selbstverständlich mit vollen Zügen genießen dürfen, genauso wie ein schönes Mahl. Ästhetik und äußerliche Schönheit sind Geschenke, die wir freudvoll annehmen und erleben dürfen, – im Bewusstsein, dass es sich hierbei um einen unwesentlichen Teil eines Menschen handelt.

Die Essenz und die wahre Lebendigkeit eines Menschen liegen jenseits des physischen Körpers, jenseits jeder äußeren Erscheinung.

Denn das, was einen Menschen ausmacht, ist größtenteils unsichtbar. Ja, selbst Gedanken und Emotionen sind größtenteils UNSICHTBAR. Manchmal manifestieren sie sich zwar im Gesichtsausdruck, in der Miene einer Person.

Grundsätzlich: Jedes menschliche Wesen ist auf seine unvergleichliche Art und Weise von Natur aus in jedem Lebensalter perfekt, so wie es ist.

Wie unendlich vielfältig unsere Spezies ist! Nun gibt es unterschiedlichste Geschmäcker, Meinungen und Perspektiven dazu, welches Aussehen als „schön“, „anziehend“ und „attraktiv“ bezeichnet werden kann.

Allein die unterschiedlichen Epochen verdeutlichen uns, wie stark sich der Sinn für Ästhetik wandelt. In der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts ergötzte sich der Maler Rubens an beleibten Frauen mit üppigen Rundungen- ein damaliges Schönheitsideal. Jahrhunderte später galt eine Wespentaille als das Non plus Ultra.

Waren die Rubens-Frauen schöner oder die Frauen mit Wespentaille? Dafür gibt es keine Antwort. Meiner Auffassung nach sind sie beide gleichermaßen schön, – solange sie nicht einem Diktat unterworfen werden. Es gibt Frauen, die von Natur aus einer Rubens – Figur gleichen und es gibt Frauen, die von Natur aus mit ihrer Zierlichkeit bezaubernd sind. Beide sind vollkommen. Die Faszination liegt in der unendlichen Fülle und Vielfalt der Menschen. Ist es nicht wunderbar, wie unterschiedlich wir alle geschaffen wurden? Ist nicht jedes Individuum einzigartig schön? Wir dürfen sogar unser Aussehen selbst kreativ nach unserem Geschmack gestalten- nur möglichst nicht bis zur Qual und Selbst-Kasteiung.

Warum die Menschheit unter dem Phänomen der optischen Schönheit leidet.

Es ist verführerisch und gleichzeitig sehr gefährlich, sich mit einer optischen Attraktivität zu identifizieren. Stellen wir uns vor, wir sind eine Frau (oder ein Mann!) mit einer üppigen Haarmähne, einer tollen Figur und einem hübschen Gesicht- wir werden dafür allgemein sehr bewundert. Dies ist ein Geschenk wie viele andere und als solches dürfen wir es annehmen und genießen.

Warum ist es gefährlich, unser Lebensgefühl von unserem Aussehen abhängig zu machen?

Weil die Identifikation mit äußerer Schönheit etwas ist, das wir -also die Essenz unserer Persönlichkeit- NICHT WIRKLICH sind. Sobald wir beispielsweise stolz darauf sind, wie im obigen Beispiel auszusehen, etwa schlank, gut gewachsen, trainiert, muskulös, feminin, sexy, verführerisch, etc…. schleicht sich das EGO ein. Vielleicht fühlen wir uns dadurch anderen überlegen, zum Beispiel, weil diese übergewichtig sind, oder weil sie aus irgendwelchen Gründen als weniger „attraktiv“ gelten.

Sich überlegen zu fühlen, – aus welchem Grunde auch immer (auch weil wir vielleicht vermögender, begabter, lustiger, charismatischer, erfolgreicher sind als andere) – ist EGO pur.

Das Fatale an der optischen Schönheit: Sie kann wunderbar demonstriert und vorgeführt werden. Frauen wissen seit Jahrtausenden, wie sie gewisse äußerliche Attribute gut einsetzen können, um Macht und Einfluss über manche Männer zu gewinnen. Umgekehrt gibt es ebenso Männer, die auf diese Weise agieren.

Wir können dieses Phänomen „Manipulation“ nennen. Es gehören immer zwei dazu: Manche Männer – auch Frauen- lassen sich allzu gerne von einer bestimmten Optik manipulieren und werden damit fremdbestimmt. Diese Art von Manipulation ist in unserer Gesellschaft allgegenwärtig, in Mode, Marketing und Werbung.

Die wenigsten sind an diesem Punkt komplett frei, ich selbst bin es übrigens auch nicht. Ich bin ein Kind meiner Sozialisierung: Ich frisiere mich, ich schminke mich, ich kleide mich. Ich überprüfe im Spiegel, wie ich aussehe. Ich möchte damit sogar meinem Gegenüber, zum Beispiel in meiner Arbeit- eine Form des Respekts ausdrücken.

Manchmal bewundere ich komplett uneitle Menschen- ich gehöre nicht dazu.

Je schöner wir gelten, desto mehr leiden wir….

wenn wir mit der äußeren Erscheinung (und der damit einhergehenden Bestätigung im Außen) identifiziert sind- und eines Tages nicht mehr so fantastisch aussehen wie in den ehemaligen Hoch- Zeiten. Unser ganzes Selbst wird dann einfach kurz mal über den Haufen geworfen.

Es hält nicht lange, wenn wir uns aufgrund unseres Aussehens anderen überlegen fühlen. Einige Jahre, vielleicht ein paar Jahrzehnte? Das ist eine im großen Ganzen bedeutungslose Zeitspanne. Unsere äußere Hülle ist den Gesetzen der stetigen Veränderung unterworfen. Niemand bleibt davon verschont. Wie stark die Schmerzkörper an diesem Punkt gesellschaftlich ausgeprägt sind, erkennen wir daran, welche Qualen Menschen auf sich nehmen, um jünger, schöner, frischer, attraktiver zu erscheinen.

Wieviele Frauen (auch Männer!) unterziehen sich den Risiken von Schönheits-Operationen und helfen mit Botox, Fettabsaugung und Silikon an den Punkten nach, in denen sie sich mangelhaft fühlen. Für sich genommen ist das eine freie Entscheidung. Wir haben das gute Recht, hier kreativ zu sein und uns selbst zu gestalten, wie es uns gefällt- ebenso wie wir unsere Haare beim Friseur schneiden lassen.

Nur sollten wir diese Entscheidungen nicht aus einer Bedürftigkeit, sondern aus einem besonderen Bewusstsein heraus treffen.

Die Gefahr dabei ist, dass Äußerlichkeiten von der wahren Essenz eines Menschen ablenken.

Wenn wir uns ausschließlich um unsere optische Erscheinung sorgen, was kommt dann zu kurz?

Ja, richtig – unsere Seele kommt zu kurz, denn wir reduzieren uns auf etwas, das ihr nicht gerecht wird – mit fatalen Konsequenzen.

Denn wir sind NICHT unsere optische Erscheinung.

Wir sind viel mehr, wir sind eine ewige, zeitlose Essenz.

Wir sind reines Bewusstsein.

Wir sind viel mehr als das, was ein Auge erfassen kann.

Wie können wir diesem Leid vorbeugen, das mit der Vergänglichkeit unserer äußeren Form zusammenhängt?

Wir können in jedem Moment achtsamer mit uns und unserer Essenz sein und damit beginnen, mit uns im Frieden zu sein und uns so akzeptieren, wie wir sind:

Alles in unserem jetzigen Leben ist „geliehen“. In dem Moment, in dem wir die Form dieses Lebens verlassen und uns in die nächste Dimension bewegen, lassen wir vieles hinter uns:

Unseren Besitz, unsere vermeintlichen „Reichtümer“, unseren Ruhm, unsere Erfolge, unser Ferienhaus, unseren Porsche, unsere Zweitwohnung. Unsere körperliche Hülle ist letztlich ebenfalls nur geliehen, vorübergehend und – wie alles Irdische- dem Verfall ausgesetzt.

Wenn wir uns nun – in der Blüte unseres Lebens- darin üben, uns mit unserer inneren Unendlichkeit- dem ALL-EINS-SEIN, der Präsenz jenseits des physischen Körpers- zu verbinden, hat dies zur Folge, dass wir kontinuierlich in der Gegenwart leben.

Erst dann sind wir mit unserer wahren, unmittelbaren Lebendigkeit verbunden, die heilsamer ist als jede verschönernde Maßnahme.

Wir dürfen uns der Schönheit unserer Seelen bewusster sein – in jedem Moment.

Ich rufe deshalb (metaphorisch) auf zum Schönheitswettbewerb der Seelen.

Wer ist die schönste Seele im ganzen Land?

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Ein Filmemacher der neuen Zeit

Ein Filmemacher der neuen Zeit

Im Jahre 2009 lernte ich den Filmemacher Johannes Sylvester Fluhr kennen, als sich unsere Wege auf abenteuerliche Weise auf Ibiza kreuzten.

Johannes Sylvester fiel mir auf, weil er auf seine originelle Art ein ganz besonderer Gesprächspartner ist. Mit außergewöhnlicher Beobachtungsgabe und viel Feingefühl nimmt er selbst die subtilsten Regungen seiner Mitmenschen wahr. Das Schöne ist, dass er mit dieser Eigenschaft eine innovative Methode des Filmemachens entwickelt hat. Inzwischen dreht er persönliche Video-Portraits. Dabei gelingt es ihm, ein besonders intimes Bild seiner Protagonisten zu erschaffen, da die Videos im Dialog mit einem imaginären Gesprächspartner entstehen.

Das schafft eine eindrückliche Vertrautheit für den Betrachter. Johannes Sylvesters gehört zu den empathischen Zeitgenossen, ich freue mich über unsere Zusammenarbeit.

Danke, Johannes Sylvester, für diese Bereicherung!

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Wie wir uns von inneren Fesseln befreien

Wie wir uns von inneren Fesseln befreien

Warum sind wir häufig alles andere als frei?

Wir alle wünschen uns, ein Leben in Harmonie und in „Freiheit“ zu führen.

Wenn wir vor den unzähligen Möglichkeiten stehen, die uns das Leben bietet, stellen wir fest, dass diese „vermeintliche Freiheit“ einem Gefühl der „Überforderung“ gleichkommen kann.

Mit Erstaunen beobachte ich viele hoch talentierte, charismatische Menschen, die sich offensichtlich NICHT frei im Leben bewegen. Es wirkt, als seien sie in unsichtbaren Fesseln eingeschnürt- sie fliegen nicht wie ein bunter Schmetterling durch die Lüfte, sondern gleichen eher einer Raupe im Kokon, die nur mühsam Luft bekommt. Da ist beispielsweise die äußerst attraktive und hinreißende Lady – nennen wir sie Kate-, die in einem früheren Berufsleben Schauspielerin war. Jeder sieht es ihr hunderte von Meter gegen den Wind an- sie verfügt über magnetische Anziehungskraft und hat mit Sicherheit Bühnenpräsenz. Bestimmt hat sie mit ihrem magischen Augenaufschlag schon vielen den Kopf verdreht. Beim näheren Betrachten ihrer Lebensumstände wird klar: Sie lebt ihr volles Potential nicht im Geringsten. Sie ist weder im Beruf noch privat jemals an dem Punkt angekommen, den man ihr aus der Ferne ohne weiteres zutrauen möchte. Sie wirkt nicht „frei“, „gelöst“- sondern durch irgend etwas nicht Greifbares „gefesselt“. Sie selbst ist sich dessen teilweise bewusst und leidet darunter, sie nimmt alle möglichen Anläufe, sich diese Fesseln vom Leibe zu reißen. Sie sucht Berater auf, nimmt an Retreats teil, liest einen Ratgeber nach dem anderen. Dennoch scheint sie offenbar auf der Stelle zu treten. Mit der Zeit stellt sich bei ihr ein resignierter und trauriger Gesichtsausdruck ein. Sie hat bereits so vieles ausprobiert, so sehr an sich gearbeitet – vielleicht findet sie sich damit ab, dass sie in diesem Leben eben nie wirklich frei sein wird. Frei wovon?

Je mehr Menschen ich in unserer Gesellschaft beobachte, desto mehr unsichtbare Fesseln nehme ich wahr. Diese Fesseln nehmen unterschiedlichste Gestalt an. Beim einen äußern sie sich durch zwanghaften Umgang mit dem Handy- es ist morgens nach dem Aufwachen das Erste, abends vor dem Einschlafen das Letzte, was ihn bewegt. Könnte er etwas in dieser Welt verpasst haben? Er nimmt nicht mehr wahr, dass er nicht selbst und eigenständig lebt, – sondern von der virtuellen Welt, von der Informationsflut, von den unzähligen schrecklichen Nachrichten der Tagespresse- auf seinem Handy- ferngesteuert ist.

Beim anderen zeigen sich die unsichtbaren Fesseln darin, dass er sich blindlings in Aktionismus stürzt. Von morgens bis abends ist er rundum beschäftigt. Sonst- so ist seine insgeheime Befürchtung- hat sein Leben keinen Sinn. Sonst verschwendet er nur seine Zeit, wird er nicht gebraucht, geschweige denn geliebt. Auch Überzeugungen, Identifizierungen, Manipulationen von außen, gesellschaftliche Erwartungen, lang etablierte Glaubenssätze, innere Muster, Affirmationen, Versprechen, Verwünschungen, Verträge, Vereinbarungen können Fesseln sein.

Die hinreißende Schauspielerin Kate ist also nicht allein mit ihrem Schicksal- die unsichtbaren Fesseln scheinen ein gesellschaftliches, kollektives Thema zu sein. Warum sind wir nicht frei? Auf welche Weise sind diese inneren Fesseln entstanden, die uns so sehr bremsen, uns bisweilen sogar bewegungsunfähig machen?

Das Tröstliche ist: Diese Fesseln sind jederzeit veränderbar. Es sind innere Ketten, die wir uns häufig (mit ein paar Ausnahmen) selbst im Laufe unserer Entwicklung angelegt haben. Die Motive dafür können unterschiedlichster Natur sein. Häufig waren die inneren Ketten eine Art Schutz. Zum Beispiel haben wir uns bereits als Kleinkinder gewisse Schutzmechanismen zugelegt, um in der Welt der Erwachsenen zu bestehen. Wir haben früh gelernt, mit welchen Verhaltensweisen wir Aufmerksamkeit und Liebe von unseren Eltern bekamen, beispielsweise häufig verbreitet bei Frauen- bereits früh in die Rolle des „lieben Mädchens“ zu gehen, um dafür geliebt und anerkannt zu werden. Die wahre Persönlichkeit jenseits dieser Fassade ist aber nicht lebendig. Wir leben nicht selbst, wir werden gelebt.

Manchmal übernehmen wir unbewusst „kollektive Fesseln“, wie zum Beispiel das Phänomen der kollektiven Existenzangst hierzulande, das noch aus Kriegszeiten vor Generationen stammt. Wir wachsen mit dem kollektiven Bewusstsein auf, dass die Lebensgrundlage etwas Unsicheres ist, worüber wir uns Sorgen machen sollten. Es klingt zwar fast paradox- das ausgerechnet in einem Sozialstaat und “Wohlfühl-Land” wie Deutschland.

Diese Sorgen lassen uns häufig unfrei sein- zum Beispiel führen sie dazu, dass wir in der Berufswahl nicht unserem Herzen folgen, sondern einem Sicherheitsbedürfnis, das nicht unseres ist, sondern das uns auferlegt wurde.

Gefesselt sind wir zwar bewegungsunfähig, gleichzeitig geschützt vor unerwarteten Eruptionen und Bewegungen.

Diese inneren Bande haben die Konsequenz, dass unsere Fähigkeiten und Möglichkeiten manchmal ein Leben lang limitiert bleiben, obwohl die objektiven Gegebenheiten mehr Wachstumspotential erlauben würden.

Unsere permanenten Zweifel an uns und unseren Fähigkeiten, unsere ständige Angst, nicht zu genügen, lässt uns die „inneren Fesseln“ nicht sprengen. Wir akzeptieren sogar, dass unsere Möglichkeiten beschränkt sind und suchen die Entschuldigung dafür bei anderen und in äußeren Gegebenheiten. Es kommt in der Regel nicht zur Erkenntnis über unsere eigenen inneren Fesseln. Die Erkenntnis darüber kann auch sehr schmerzhaft sein. Wer möchte schon wahrhaben, dass er selbst daran beteiligt war, sein eigenes „Gefängnis“ zu kreieren?

An diesem Punkt ist Mitgefühl für uns selbst sehr wichtig.

WIR SIND NICHT UNSERE INNEREN FESSELN.

Wie befreien wir von diesen selbst auferlegten Beschränkungen?

Der erste Schritt in die Befreiung ist das Bewusstsein darüber, dass diese Fesseln existieren.

In einem zweiten Schritt dürfen diese Fesseln achtsam aufgespürt werden. Wir gehen in die Absolute „Jetzt-Präsenz“ und erfahren, dass WIR DIESE FESSELN NICHT SIND. Mit der Praxis der Achtsamkeit beobachten wir uns und wie wir tagtäglich mit den Fesseln operieren. Wir entwickeln ein Gespür dafür, wann wir wir selbst sind und wann die Fesseln eingeschaltet sind.

Sodann lösen wir diese inneren Fesseln immer weiter auf und treten entsprechend in Aktion. Dies kann ein Prozess von unterschiedlicher Zeitdauer sein. Manchmal geschieht es über Nacht, manchmal kann es Monate oder sogar Jahr(zehnt)e dauern, bis diese alten Mechanismen abgebaut sind. Professionelle Hilfe ist an diesem Punkt sehr empfehlenswert.

Je mehr absolute Jetzt-Präsenz wir über diese inneren Beschränkungen in unser Bewusstsein bringen, je mehr wir uns über unsere wahre Essenz jenseits dieser Ketten bewusst werden, desto leichter fällt es uns, uns endgültig von ihnen zu befreien und die ersehnte Freiheit Wirklichkeit werden zu lassen.

Die Raupe ist ihrem Kokon entwachsen und die Phase als Schmetterling beginnt.

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Empathie als Führungsqualität der neuen Zeit

Empathie als Führungsqualität der neuen Zeit

Produktion: Johannes Sylvester Fluhr

Empathie gilt als eine Führungsqualität der neuen Zeit. Ich persönlich bin der Auffassung, dass es sich hierbei um eine der wichtigsten Eigenschaften handelt.

Häufig wird Empathie bei einer Führungskraft missverstanden oder sogar als Schwäche ausgelegt.

Im obigen Video erläutere ich die Gründe dafür, warum ich der Auffassung bin, dass ein empathischer Stil mit autoritären Führungseigenschaften exzellent Hand in Hand gehen kann.